Innovationsspielereien
26.05.16 21:58 201692016
Wir kaufen eine neue Waschmaschine für meine Mum. Nach über zwanzig Jahren gab ihre Vorgängerin fristlos auf - jedenfalls habe ich den aus ihr aufsteigenden weißen Rauch so interpretiert. Glücklicherweise ist ein ihr sehr ähnliches Modell noch auf dem Markt - das Umlernen wäre mit 91 Lebensjahren schon eine arg mächtige Herausforderung. Und die dreifach so teuren Modelle - was können die mehr? Sie haben spezielle Vorratstanks für Flüssigwaschmittel. Aha. Sie glänzen mit wortreich beworbenen Schnickschnack für dafür besonders anfällige Menschen unter 35. War klar. Und das teuerste Modell kann man, wer hätte das gedacht, per Smartphone-App steuern. Wow. Ich könnte dieses Glanzstück genialer Techniker also im Büro starten und wenn ich zu Hause ankomme, ist die Wäsche fertig. Interessant. Bepacken muss ich sie aber noch selbst, da könnte ich sie doch im Anschluss gleich starten (so wie wir es immer taten). Dann bliebe mir allerdings das besondere Erlebnis versagt zu Hause anzukommen und die Wäsche ungewaschen vorzufinden. Ups. Habe ich das Starten vergessen? Kam das Signal nicht an? Hat die App eine Macke? Herausforderung pur, das muss ich eruieren - aber wer wäscht mir in dieser Zeit die wachsenden Berge durch? Moderne Technik bereichert die Freizeit. Toll. Statt reparaturanfälliger Technikfreakspielereien sollten sie lieber sinnvolle Innovationen entwickeln, wie einen selbstsortierenden Wasch-, Trocken-, Bügel- und Faltautomaten. Das wär was!
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