Ein Star kommt und geht

Ein ernster Tag nimmt seinen Lauf. Erlaubt ist ein leichtes Frühstück mit Mineralwasser. Kaffee und Tee sind verboten. Wieder geht es nach Braunschweig. Wir parken in den Schlossarkaden und begeben uns in den vierten Stock des Schloss-Carrees. In der Augenklinik wartet man darauf meinem Star den Garaus zu machen. Nach nur einer Stunde Wartezeit sitze ich vor dem Operationssaal und warte auf meinen Auftritt vor dem Star-Exekutionsteam. Doch, o weh, da fehlt eine Messung. Man platziert mich in einem Gang und ich warte. Und warte. Und warte. Nach einer Stunde frage ich nach. O weh, meine Karteikarte wurde nicht weitergereicht. Jetzt geht es aber schnell. Doch, o weh ohne Pupillenvergrößerung läuft nichts. Wieder zurück zum OP-Vorraum. Alles voll und ich warte vor der Tür. Endlich ist Platz und nach kurzer Zeit (nach dem Maßstab der Klinik) wird mein Auge mit Tropfen benässt. Sie wirken nicht. Noch mehr Tropfen nach einer gefühlten Ewigkeit. Wieder warten. Danach zurück zur Messanstalt. Das Ergebnis befriedigt den Doktor nicht sehr. Zurück zum OP-Vorzimmer. Der Operateur wirft einen fachkundigen Blick auf das Diagramm. Ihm reicht es, sagt er. Und dann, endlich, darf ich an dritter Stelle der auf die OP Wartenden Platz nehmen. Die Patienten werden in der Regel nach 30 bis 45 Minuten in den Schneidesaal gebeten. Endlich, endlich geht es los. Es sei eine schwere OP gewesen, sagt mir der Arzt hinterher. Irgendwie beruhigt mich das nicht. Aber egal - nach nur knapp sechs Stunden dürfen wir wieder nach Hause, ich als Captain Rolf mit der Mullaugenklappe. Ahoi.
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