Pyrrhussieggefahr

Heute will ich versuchen unsere Stehlampe zu reparieren. Die Haupttechnik residiert im Fuß. Unter demselben klebt ein großflächiger filzähnlicher Belag. Mittendrin kann man zwei Schrauben lösen. Gesehn, getan. Eine kleine Klappe fällt herab. Darunter finde ich Kabel, die Verschraubungen der zwei Trägerstäbe und eine weitere Verschraubung des Fußes. Ich löse diese und habe eine kleine Scheibe, einen metallenen Deckel und ein sauschweres völlig geschlossenes Unterteil in den Händen, verbunden durch die bereits erwähnten Kabel. Aha. Mühevoll baue ich alles wieder zusammen. Es gelingt. Dann löse ich den verklebten Filzbelag vom Fuß und siehe da, drei weitere Schrauben. Natürlich keine Schlitz- oder Kreuzschlitzschrauben, sondern Torxschrauben. Okay auch das noch. Also Bitwechsel und lösen. Endlich habe ich die Elektrik offen vor mir liegen. Hier endet meine „Erfolgskurve“. Wie misst man niedervoltige Spannung, wenn die Leitungen mit Ummantelung im Trafo oder im Schalter verschwinden? Keine Ahnung. In den Kontakten der Lampe liegt, soweit ich das feststellen kann, keine Spannung an - wie auch, wenn die Lampe keinerlei Leuchtkraft entfaltet. Die Leselampe am Deckenfluter funktioniert dagegen einwandfrei. Merde! … Acht … Neun … Zehn - k.o.! Ich werfe das Handtuch, schraube alles zusammen und verlasse den Ring. Die Lampe hat gewonnen. Wenn ein Freund sie ebenfalls nicht besiegen kann, macht sie unweigerlich Bekanntschaft mit dem Metallverwerter. Könnte ein Pyrrhussieg werden - für die Lampe.
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